Shanty Men Stäfa vom Zürichsee zu Gast bei „De Windjammers" in Neu Wulmstorf
Shanties am Zürichsee -gibt's so etwas überhaupt? Die Frage ist mit einem klaren Ja zu beantworten. Vor 10 Jahren trat das „ShantyChörli" - damals noch eine Untergruppe des Männerchors Stäfa - erstmals in Erscheinung. Der Erfolg und die darauffolgenden Engagements machten der Crew so viele Freude, daß man sich durch Instrumentalisten und weitere Sänger verstärkte und nunmehr eine eigene Vereinigung bildete.
Die knapp 20 Mann starke Sängerschar setzte sich zum Ziel das „Lied zur See" und hierbei insbesondere die Shanties, zu pflegen und auch in der Alpenrepublik Freunde dieser Musikrichtung zu begeistern. Man verpflichtete einen Musikalischen Leiter, gab sich den neuen Namen Shanty Men Stäfa und wählte Obermaat Freddy Kehl zum Crew-Leiter.
Dies alles geschah im Jahre 1989 - also Grund genug - dieses 10-jährige Bestehen gebührend zu feiern_ Und wo könnte man dies am besten - in der „Höhle des Löwen" (eigene schweizerische Darstellung) in Hamburg/Neu Wulmstorf. Nach kurzer Abstimmung reiste im vergangenen Jahr, zum 10-jährigen Bestehen des Shanty-Chores Neu Wulmstorf, ein 5-köpfiges Vorauskommando an die Elbe, um die Voraussetzungen fur eine 3-Tagesreise an die Waterkant zu besprechen. Schnell einigte man sich auf das Wochenende v. 8. - 10 Mai 1999 (Hamburger Hafengeburtstag). Mittel- und Höhepunkt dieser Reise soll, neben einer mehrstündigen Barkassenfahrt zusammen mit „De Windjammers" am 8.5.1999, ein gemeinsames Konzert sein. Dieses findet am 9. Mai 1999 um 11.00 Uhr in Form eines CHANTY-FRÜHSCHOPPENS international - im Soldatenheim „Haus Fischbeker Heide" - an der Cuxhavener Str. statt.
Der Eintritt beträgt DM 15,—. Kartenvorbestellungen für dieses „musikalische Leckerli" können beim „Haus Fischbeker Heide" Tel. 040-702 58 38 und bei Gerhard Böhring Tel. 040-700 63 40 vorgenommen werden. Im Rahmen dieses Konzertes werden die Schweizer Gäste ihre 1. CD aus „der Taufe heben" und der Öffentlichkeit vorstellen.
Eine Besonderheit gibt es aus diesem Anlaß noch zu vermelden. Da an diesem Tag „Muttertag ist, hält da „Haus Fischbeker Heide" ein schmackhaftes Mittagessen bereit - damit „Muttern" nicht in die Küche muß. Alle Shantyfreunde aus dem Süderelberaum und dem Umland sind also herzlich eingeladen, um dem Jubiläum des Schweizer Shantychores einen entsprechenden Rahmen zu geben.
Blick Süderelbe - Seite 14 - Neugraben - Donnerstag 29. April 1999
Shanty-Men Stäfa
Das "Shanty Chörli" trat erstmals 1989 als Untergruppe des Männerchor Stäfa an der Delegiertenversammlung des Sängerverein am Zürichsee auf. Der Erfolg und die darauf folgenden Engagements bewogen die Crew sich durch Instrumentalisten und Sänger aus anderen Gemeinden zu verstärken und bildet nun eine selbständige Vereinigung.
Die Crew von etwas über 20 Mann hat sich zum Ziel gesetzt die "Lieder zur See" zu pflegen und dabei die Geselligkeit nicht zu vergessen. Ein besonderer Schwerpunkt bilden dabei die Shanties, jene Lieder, welche die Seeleute bei ihrer oft harten Arbeit auf den Frachtseglern sangen.
Um die Qualität zu heben und das Repertoire zu erweitern wurde ein musikalischer Leiterverpflichtet und dann 1995 die erste Kassette bespielt. Dabei gab sich die Formation auch den neuen Namen „Shanty-Men Stäfa".
Die Crew unter der Leitung von Obermaat Fredy Kehl ist laufend auf der Suche nach neuen originellen Liedern, welche dann unter der fachkundigen musikalischen Leitung von Agnes Ryser einstudiert werden. Ein wichtiger Auftritt dieses Jahr war am 1. August am Hafenkonzert "Gruss vom Bodensee" in Rorschach und nun an diesem Shanty - Chor Treffen in Rapperswil.
Hamburger Hafenfest mit Stäfner Beteiligung
Hamburg: Shanty Men mit Begleitung Gäste in der Elbmetropole
Am Montag war in der «ZSZ» das «Schlepperballett» zum 810. Geburtstag des Hamburger Hafens abgebildet. Nebst der runden Million Zuschauer, die zu Lande. zu Wasser und aus der Luft das Schiffsschauspiel und die unzähligen Demonstrationen von Segelkommandos, von Windjammer-Paraden, von Konzerten der verschiedenen Schiffshörner und marinen Attraktionen der unterschiedlichsten Art verfolgten, nahmen auch drei Dutzend Stäfner Shanty Men mit Begleitung am Hamburger Hafengeburtstag aktiv teil. Die «Seebären»vom Zürichsee waren am Samstagmorgen, 8. Mai. an die Waterkant geflogen, auf Einladung des Seemannschores «De Windjammers» aus Neu-Wulmstorf aus der Gegend der Süderelbe. Im «Blick», so heisst der Süderelbische Gratisanzeiger tatsächlich, waren die Stäfner unter dem Titel «Vom Alpenrand zur Waterkant» in einem halbseitigen Artikel begrüsst worden.
Aus gut unterrichteter Quelle verlautet, dass die Hamburgische Presse auch am offiziellen Konzert im Soldatenheini «Haus Fischbeker Heide»an der Cuxhavener Strasse mit dabei war. Die Shanty Men ernteten grossen und begeisterten Applaus vom Neu-Wulmstorfer Publikum für die gekonnt gesungenen Shanties aus aller Welt: etwas, was die Leute von der Waterkant offenbar überraschte, wussten sie doch bis dato nicht, dass es auch an und auf einem Süsswasser «seemännisch» zu und her gehen kann. Die Stäfner Shanty Men sind am Montagabend wieder gut aus der Luft gelandet und werden demnächst weitere Kostproben ihres sehr aktiven Wirkens zum besten geben. (sch.)
Zürichsee-Zeitung, 12. Mai 1999
Jahreskonzert des Mandolinenorchesters Männedorf
Südliche Heiterkeit und Nordseewellen
MÄNNEDORF - Das mit Einlagen des Shanty-Chor Stäfa-Ürikon bestens gewürzte Jahreskonzert des Mandolinenorchesters Männedorf erfreute
am Sonntagabend mit beachtlichen Leistungen. Ein treuer, fast familiärer Zuhörerkreis durfte im kleinen Rahmen diese so spezielle Musikgattung geniessen.
Man muss sie irgendwie bewundern, die kleine Gruppe unentwegter Spieler auf dem seltener gewordenen Instrument. Den Modeströmungen trotzend, stehen, besser sitzen sie ungebrochen jedes Jahr wieder da und beglücken ein meist etwas älteres Publikum mit ihren eigenartigen, lieblichen Klängen. Man kennt sie, die Gesichter, ja man ist mit ihnen vertraut. Besonders der initiative Spielleiter (Dirigent wäre der falsche Ausdruck) Manfred (Mano) Reichling mag zusammen mit der Präsidentin Ursi Brennwald Kern und Seele der Gruppe bilden. Bei einem so kleinen Orchester ist jedoch auch von den Spielern eine hohe Präsenz gefordert. Es kommt da ganz einfach auf jeden einzelnen darauf an.
Uraufführung in Anwesenheit des Komponisten
Das Programm war wieder reichhaltig und vielversprechend. Angesagter Höhepunkt bildete natürlich die Uraufführung eines von F. Regli (Glarus) extra für die Männedörfler zu ihrem 75. Jubiläum komponierten Marsches «Tempo Jubilo». Eine besondere Freude bedeutete, dass der Komponist im Saale sass. Der Marsch wurde als fröhlich, eingängig und lebhaft empfunden, er musste wiederholt werden.
Aber auch alle die andern Stücke erfreuten den Konzertbesucher: Im Walzer «Ich liebe dich» schienen die weichen, lieblichen Töne tatsächlich von der Liebe beflügelt zu sein, «Pepita» tönte schon etwas spanisch - im echten Sinne gemeint! In der Ouvertüre «San Giusto» war Festlichkeit zu spüren. «Gioventù Spensierata» drückte als Marcia umoristica den so nötigen Lebenshumor aus. Abschluss des ersten Teiles bildete «La Bellissima di Gandria» - es war beim guten Spiel nicht schwer, sich die junge, rot-blau gewandete Signorina am Quai von Gandria vorzustellen.
Süsse Melancholie
Als Kontrapunkt zu den feinen Mandolinenklängen traten anschliessend die kräftigen. stand- oder schwankfesten Männer des Shanty-Chors Stäfa-Ürikon auf. Mit ihren ausdruckstarken Mienen und den jeglichen Stürmen trotzenden Stimmen versetzten sie den kleinen Blatten-Singsaal schlagartig an die von Heimweh. süsser Melancholie und Sehnsucht geprägte Waterkant. Gar mächtig zogen sie an der Schiffsglocke - «Ring the Bell» -, liessen die kleine Möwe nach Helgoland fliegen und träumten von den Indianern. Ob sie die Stürme und die Piraten wirklich so lieben, wie sie das auszudrücken verstanden ... Einmal noch nach Bombay, einmal nach Hawaii - wer hätte dieser Sehnsucht nach Ferne und Weibsbild nicht folgen mögen, besonders wenn mit «Rolling Home» ja wieder zurück in die geliebte Heimat - selbstverständlich nach St. Pauli - geschaukelt wird? Der starke Applaus war verdient.
Comeback - oder besser: Mandolina di ritorno
Würden nach diesem starken Auftritt die leiseren, feineren Töne des Saiteninstrumentes nicht untergehen? Keineswegs! Bald drückten die hüpfenden Klänge in «Colli Torinesi» wieder stille, warme südliche Sonne aus, und in «Le Campane di S. Lucio» mögen die Glocken über stilles Land erklingen. Sehr anspruchsvoll war das Stück «Minutes for Classic Rock», in welchem auch die Querflöte eine gewichtige Rolle spielen durfte.
Es ist zu hoffen, dass Mandolinenmusik - so wie es beispielsweise dem Dixielan ergangen ist - plötzlich wieder in Mode gelangt. Die Männedörfler sind allerdings zufrieden und zu Dank verpflichtet, wenn sie zumindest ihnen erhalten bleibt! rsb.
Zürichsee-Zeitung, 29. März 1995, Seite 20
Mandolinenkonzert mit Uraufführung
Männedorf - Im Mandolinenorchester Männedorf ist nach den letztjährigen Festlichkeiten zum 75. Geburtstag der Alltag wieder eingetroffen: Seit den ersten Novembertagen üben die Spielerinnen und Spieler des Orchesters für das Jahreskonzert, das am kommenden Sonntag, 26. März, um 16 Uhr auf der Bühne des Sekundarschulhauses Blatten in Männedorf durchgeführt wird.
Neben bewährten Melodien wie «Ich liebe Dich» des italienischen Komponisten Emilio Benzo und in unseren Breitengraden unbekannten Kompositionen Ignazio Bitellis - der gleich mit seinen drei Werken «Pepita», «San Giusto» und «Gioventü Spensierata» im Programm vertreten ist - sticht ein Name besonders hervor: Franz Regli, der zeitgenössische schweizerische Volksmusik- und Mandolinenkomponist, hat mit ebenfalls drei Kompositionen, «La Bellissima di Gandria», «Minutes for classic Rock» und «Tempo Jubilo», im Programm des Mandolinenorchesters Männedorf seinen festen Platz. «Tempo Jubilo», dieser rassige Marsch, schrieb der Meister aus Glarus speziell für das 75-Jahr-Jubiläum des Orchesters aus Männedorf; anlässlich der Feier im Saal des Restaurants Krone in Uetikon am See übergab Franz Regli das Stück dem musikalischen Leiter Manfred Reichling. Das Stück gelangt am Sonntag zu seiner eigentlichen Uraufführung.
Als mitwirkende Gäste konnte das Mandolinenorchester die Sänger vom Shanty-Chor Stäfa-Ürikon verpflichten, die mit ihren Seemannsliedern vor und nach der Pause unterhalten. Im Anschluss an das Jahreskonzert treffen sich Musikanten und Gäste im Restaurant Landhus zum fröhlichen Ausklang, bei dem sicher Wieder die eine oder andere Gitarre und Mandoline aus dem Koffer genommen wird... mom.
Zürichsee-Zeitung / Allgemeiner Anzeiger / Grenzpost, 24. März 1995
400 Rapperswiler feierten in der Gemeinschaft
Ortsbürgerrecht - im Schlosshof miterlebt
RAPPERSWIL - In den Bürger- und Familienregistern von Rapperswil sind insgesamt 2498 Ortsbürger eingetragen, von denen 768 - das sind gut 10 Prozent der Einwohnerschaft - in Rapperswil leben. Weit über die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger kam am Samstag zum alle vier Jahre stattfindenden Bürgertag in den Schlosshof, der mit einem riesigen Zelt überzogen worden war.
Ortsverwaltungsratspräsident Paul Heeb begrüsste an diesem milden Sommerabend die stattliche Schar, unter der sich viele Neubürger eingefunden hatten, um erstmals als Aktivbürger an der Gemeinschaftspflege teilzuhaben.
Korporation ohne Steuern
Die Ortsgemeinde Rapperswil war bei der Kantonsgründung von 1803 aus dem Ancien Régime hervorgegangen mit dem Auftrag, das Armenwesen, die verbliebenen Güter und das Einbürgerungswesen weiter zu betreuen. Seitdem das Fürsorgewesen durch ein interkantonales Konkordat (mit der wohnörtlichen Armenunterstützung) neu geregelt ist, widmen sich die Ortsgemeinden mehr kulturellen Aufgaben im Dienst der ganzen Öffentlichkeit.
Weitläufiger Besitz
399 Hektaren Wald - diese Fläche ist mehr als doppelt so gross wie jene der Politischen Gemeinde Rapperswil -werden durch das Forstamt betreut, die Insel Lützelau, das Stadtarchiv, das Schloss (vor wenigen Jahren mit einem Kostenaufwand von über 7 Millionen Franken renoviert), Rathaus, Kapuzinerkloster, Heimatmuseum und bemerkenswert viel Grund und Boden werden nach ideellen, teils aber auch nach wirtschaftlichen Grundsätzen betreut. Die Ortsgemeinde bezahlte letztes Jahr - wie im Rahmen eines Wettbewerbs zu erfahren war - 267 000 Franken an Steuern, ohne selbst solche zu erheben.
Ein gediegener Bürgerabend
Der Bürgerabend 1994 wurde für alle Teilnehmer zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Für einmal «gehörte» ihnen die stolze mittelalterliche Burg. Toni Schlumpf. der frühere Stadtförster, und seine Gattin hatten spontan prächtige Tischdekorationen beigesteuert. Harald und Luzia Penner-Rüegg erwiesen sich als hervorragende Gastgeber. Das Bühnenprogramm wurde vom lustigen Trio Jungfrau. Mönch und Eiger und vom Stäfner Shanty-Chor bestritten. Zum gemeinsamen Gesang führten das Rapperswiler Lied "Heimet uf em Lindehügel (Pias Rickenmann und Bruno Felix Saladin) und das "Seebuebelied" (von E. Grulimund). rtg.
Zürichsee-Zeitung, 23. August 1994
Der Stäfner Shantychor auf Oldtimer-Fahrt
«Iisräge» bei Sommerhitze
Stäfa - Die freien Anlegestellen an der Stäfner Haab reichten knapp, damit neben den Kursschiffen und den vielen Segel- und Motorjachten auch noch die zwei Oldtimer-Jachten «Ajax» und «Ursula» und der Wädenswiler Alt-Brauerei-Schlepper «Gambrinus» anlegen konnten.
1893 bei Escher Wyss gebaut
Der «Gambrinus» wurde übrigens 1893 bei Escher Wyss gebaut und ist heute eines der ältesten Schiffe auf dem See. Deshalb wird er auch so respektvoll behandelt. Er ist nur 13 Meter lang und 3,4 Meter breit. Ursprünglich wurde er als Dampfschiff gebaut und 1929 dann auf einen 50PS-4-Zylinder-Motor umgerüstet. Bestuhlt ist er mit Gartenstühlen und einem eisernen blaugestrichenen Gartentisch der gemütlichen alten Art. Weil wieder einmal die Shantychorkasse soweit geäufnet war, dass die seetüchtigen Sänger ihre Angetrauten auf Oldtimer-Fahrt einladen konnten, stellte der Schiffseigner sein schmuckes Schiff zur Verfügung. Die Damen kamen mit elegantem Strohhut, weissen Segelhosen oder Bermudas und modischen Blusen. Die Herren präsentierten sich seemännisch gestreift, kurz behost, damit die braunen Waden bestens zur Geltung kamen, mit Segelschuhen an dem Füssen, um die kostbaren Mahagoni- oder Eichenplanken der schönen Schiffe zu schonen. Als Kopfbedeckung hatten vorübergehend Baseballmützen die Prinz-Heinrich-Mützen ausgestochen.
Mit echtem ZSG-Kapitän
Auf dem «Gambrinus» stand ein echter Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft-Kapitän mit drei goldenen Streifen auf den Achselpatten 'am Steuer: Heinz Kugler, dem «Gambrinus»-Besitzer Paul Weber seinen Oldtimer anvertraut hatte. Bier im Fass war im Bug untergebracht. Kühler Weisser von den Uferhängen wartete in Kühlboxen auf durstige Kehlen.
Und dann stachen die drei schmucken Schiffe, bewundert von den vielen am Ufer zurückbleibenden Schaulustigen, in See. Von Zeit zu Zeit ertönte eine der Schiffsglocken von der «Ursula» oder von der «Ajax» her, unterbrochen vom kurzen Hupen des «Gambrinus», der hecklastig durch die Zürichsee-Wellen pflügte.
Auch ein Seehund war dabei
Man winkte nach rechts, bewunderte links eine Jacht, grüsste sonnenbadende Bekannte in schaukelnden Booten vor der Ufenau. Vorneweg dampfte der «Gambrinus» durch den Durchstich bei Hurden. Hinterher in ihrem Kielwasser fuhren die beiden jüngeren Oldtimer. Und von Zeit zu Zeit bellte Fauls Seehund, der mitfahren durfte und hechelnd seine Pfoten auf den Schiffsrand aufstützte. Im kleinen Bootshafen beim Schmeriker Strandhotel legte man an für einen musikalischen Zvierihalt; denn die Shantychörler wollten ihrem Ruf gerecht werden. Damian Fuchs und Rene Bosson (des Shantychors Schiffsfotograf) mit Handorgeln sowie Otti Nogler mit Gitarre sorgten für Live-Musik von allen Waterkanten der Erde. Wie immer fuhren die Bässe und Tenöre nach Shanghai, nach Bali oder legten für einen Zwischenhalt in Kuba an. Die Seemannslieder von Nord, Süd, Ost und West schallten übermütig übers nahe Schilf. Natürlich fehlten auch «Die schöne schlanke Dorothee» vorn Hamburger Hafen und Damians Iisräge» sie sind die Hits des Shantychors - nicht im musikalischen Repertoire.
Nasse Hosen und übermütige Fahrt
Die Heimfährt der drei Schiffe nach Stäfa verlief noch um einige Takte beschwingter, ja auf enger Tuch- bzw. Bord-an-Bord-Fühlung, als die auch schon recht übermütige Fahrt seeaufwärts. Es gab nasse Schuhe und Hosen, doch ein Mann ging nicht über Bord. In Stäfa fanden die einen sofort den Rank ins Schützenhaus zu «Fuuschtfisch», während die Fussballfans eilig heimwärts strebten, uni sich beim Match Deutschland - Belgien aufzuheizen für Schweiz - Spanien. Die Kasse des Shantychors ist nun leer, neue Auftritte der Seesänger in der zweiten Jahreshälfte sind bereits gebucht. Weiteren seemännischen Fahrten steht nichts im Weg. sch.
Zürichsee-Zeitung / Allgemeiner Anzeiger / Grenzpost, Samstag, 9. Juli 1994 - Seite 15
«Die schöne, schlanke Dorothee»
STÄFA - Unter der Leitung von Obermaat «Don» Alfredo Kehl dauerte die Generalversammlung des Shantychörli knapp zehn Minuten, und dies erst noch zwischen scharfem Buffet und süssem Dessert aus exotischen Gefilden. Achtmal sangen die Zürisee-Matrosen, Smutjes, Maate, Leicht- und Vollmatrosen im vergangenen Jahr an Schiffstaufen, Werfteinweihungen und Vereinsanlässen.
Sie sind kein wilder Seemannshaufen, der im Hafen nach dem Anlegen die Gegend unsicher macht. Im Zivilleben sind sie Zahnarzt, Rebbauer, Architekt, Disponent, Coiffeur, Kaufmann oder Ingenieur.
Auch Landratten singen mit
Übers Wochenende aber werden sie zu wetterfesten Seebären, die ihre Seemannsbraut über den See zur Ufenau hinüber schippern, die im ZüriseePlatt über die Flaute schimpfen – caramba, carcho, verflucht, sacramento, dolores – und die in links- und rechtsufrigen Hafenkneipen Seemannsgarn spinnen. Und wie gesagt: Hin und wieder singen sie im Chor, wobei nicht obligatorisch ist, eine Segeljacht oder ein Motorboot zu besitzen, wenn man zu den Shantysängern gehören will. Auch Landratten, trainierte Pedalofahrer und Paddelböötler dürfen mitsingen.
Von Kap Hoorn über Jamaika an die Reeperbahn
Voraussetzung ist eine gute Stimme; denn singen können sie alle, und wie! Fast jeder von ihnen trat am vergangenen Samstagabend als Solist irgendwann einmal in den Vordergrund. Sie singen Englisch, Deutsch und Platt, Sie dröhnen von Kap Hoorn im Sturm, sie schwärmen von der Reeperbahn und von der «Schönen schlanken Dorothee» mit dem runden Heck. Alle waren sie schon down under oder auf dem Mississippi-Riverboat und wissen viel davon zu erzählen. Sie sind trinkfest bei Whisky, Rum und andern Hochprozentern.
32 Shanties im Repertoire
Die oft verlassenen Seemannsbräute –acht Auftritte und viele, viele Proben sind daran schuld – staunten über die Sangeskunst ihrer Seebären. Zu staunen gaben ebenfalls die beiden Handörgeler, Damian Fuchs und René Bosson, beides Könner mit schier unermüdlicher Spielkapazität, sowie der Ex-Stäfner Lehrer Otti Nogler, der seine Gitarre mitgebracht hatte. Die singenden Stäfner Matrosen verfügen über ein Repertoire von mittlerweile 32 echten Seemannsliedern, und auf ihren Reisen, oft sind es Segeltörns in fernen Gewässern, horchen sie in den Häfen genau hin, wenn irgendwo gesungen wird. Und obwohl sie mit kriegerischen Bass- und Baritonstimmen befahlen: "Blow the man down!", gab es weder Keilerei noch Schlägerei, es ging auch niemand in die Knie. in der malaysischen «Hafenbar» der Salzwaage an der Üliker Allenbergstrasse: Sie sind alles singende Gentlemen mit beachtlichem Können. sch.
Zürichsee-Zeitung /Allgemeiner Anzeiger / Grenzpost, 20. Januar 1994
Zehn Jahre Altersstubete der «Vrenemusig»
Glanzvolle Jubiläums-Altersstubete
STÄFA - Bereits zum zehntenmal lud der Harmonie-Musikverein Verena zur Altersstubete ein. Mit einem musikalischen Blumenstrauss begrüssten die Musikantinnen und Musikanten im festlich geschmückten Moritzberg-Saal eine erwartungsvolle Geburtstagsschar.
In ihren Begrüssungsworten liess Präsidentin Edith Triet die letzten zehn Jahre nochmals Revue passieren. Mit 14 Jubilaren wurde 1984 die Premiere gefeiert. Fast dreimal so viele waren es bereits ein Jahr später. 1990 wurde erstmals die Schwelle von 50 überschritten, und nun, bei der JubiläumsStubete, stieg die Zahl auf eine Höchstmarke von 65 Jubilarinnen und Jubilaren.
Gemeindepräsident bei den Jubilaren
Mit einem feinen Nachtessen, wie alle Jahre von der Gemeinde Stäfa offeriert, liess auch der kulinarische Teil keine Wünsche offen. Davon konnte sich auch Gemeindepräsident Thomas Datum überzeugen, liess er es sich doch nicht nehmen, sich bei der Jubiläums-Altersstubete persönlich unter die Geburtstagskinder zu mischen. Mit humorvollen Worten überbrachte er seine Glückwünsche und meinte, dass die Gemeinde einen solchen Anlass gerne finanziert, die Organisation aber andern überlassen muss. Dieses Geld ist mehr als nur gut angelegt, erleben doch viele unserer älteren Mitmenschen für einmal ein paar frohe, ungezwungene Stunden ohne Alltagssorgen im Kreise ehemaliger Kolleginnen und Kollegen.
Mit einem besonderen Leckerbissen zum 10-Jahr-Jubiläum wartete das Shanty-Chörli auf. Ihr Auftritt im Matrosenlook und die gekonnt vorgetragenen Lieder über Wind, Wellen und Meer liessen manches Jubilaren-herz höher schlagen und Erinnerungen aus längst vergangenen Ferienzeiten wach werden.
Gedichte von Jubilarinnen zu klingendem Schlussbouquet
Die Überraschung zur Jubiläums-Altersstubete war aber perfekt, als zwei rüstige Jubilarinnen, Hermine Bächtold und Emma Flacher, das Zepter gleich selber in die Hand nahmen und mit ihren humorvoll vorgetragenen Gedichten vollends begeisterten. Bei Dessert, Guetsli und Kaffee wurden letzte Episoden aufgefrischt und ausgetauscht, bevor der Dirigent der Verena-Musik seinen Taktstock zum klingenden Schlussbouquet hob. Neben dem Geburtstags-Marsch genoss die gutgelaunte Schar nochmals schmissige Blasmusik. Nach dem Weihnachtslied «Stille Nacht», in einer Bearbeitung für Blasmusik, gehörte die zehnte Altersstubete der Vergangenheit an. Mit leuchtenden Augen und vielen Dankesworten an die Verena-Musik, das Shanty-Chörli, die Helferinnen und Helfer des Frauen- und Männerturnvereins Ürikon im Service, übrigens auch schon seit zehn Jahren mit dabei, und die Gemeinde Stäfa liessen sich die Jubilare von Musikantinnen und Musikanten nach Hause chauffieren. Ein toller Abend ist vorbei, viele werden noch lange von diesen fröhlichen Stunden zehren, schwärmen und sich schon heute auf die elfte Altersstubete 1994 freuen. Hoffentlich wird dieser Anlass noch manches Dacapo erleben. etr.
Zürichsee-Zeitung / Allgemeiner Anzeiger / Grenzpost, 11. Dezember 1993, Seite 21, Bilder Geri Schedl
Zürichsee
Geburtstagsfest für «Gambrinus»
Wädenswil - Am Samstag, als noch der Sommer war, feierte eine frohe Schar als Gäste von Paul und Dolly Weber-Glystras in der Rietliau den 100. Geburtstag des ehemaligen Bierdampferchens «Gambrinus». 15 Segel- und Motorboote des OldtimerBoot-Clubs Zürichsee – alle festlich beflaggt – erwiesen dem frisch restaurierten nautischen Bijou die Ehre. Der Shanty-Chor Stäfa (auf unserem Bild auf der blumengeschmückten "Gambrinus") erfreute mit Seemannsliedern, wobei «Roll, 'Gambrinus', roll!", ein altes seemännisches Arbeitslied mit neuem Text, geradezu zu Herzen ging.
Paul Weber erinnerte an die bewegte Geschichte des Bierdampferchens –heute von einem 65jährigen Dieselmotor angetrieben –, das die gewerbliche Schleppschiffahrt auf dem Zürichsee begründete und dessen Beschaffung durch Paul Webers Grossvater und Grossonkel als echte Pioniertat galt, die sich auch wirtschaftlich bezahlt gemacht hatte. Im Verlauf der Jahre begann der Rost an der Schale zu nagen, was 1991 Entzug der Betriebsbewilligung oder Totalrestaurierung hiess. Weber entschloss sich für die Erhaltung: Im März 1993 konnte die mit viel Idealismus (und finanziellen Mitteln) von der Kibag (Bäch) und ihrem Werkstattchef Ernst Kriech restaurierte und in den Originalzustand zurückversetzte «Gambrinus" wieder eingewassert werden.
So wird das Schiff mit der Zulassungsnummer ZH 27 sicher eine weitere Generation Seeanwohner mit seiner hübschen und unverkennbaren Silhouette und dem «giftigen» Pfiff erfreuen. Paul Weber konnte aus einer neuen Broschüre zitieren. «100 Jahre 'Gambrinus' – 1893-1993", die der Wädenswiler Historiker Peter Ziegler als Vorabdruck eines Kapitels des «Jahrbuchs der Stadt Wädenswil» verfasst und zusammengestellt hat. Dü.
Zürichsee-Zeitung / Allgemeiner Anzeiger / Grenzpost, 26. August 1993