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Nachstehend finden Sie eine Auswahl von Publikationen über vergangene Veranstaltungen der Shanty Men Stäfa.


Shantys, Schifferklavier und die blauen Jungs der Schweizer Alpen
01.03.2013 19:44 (4800 x gelesen)

Rolling home across the Sea

Shantys, Schifferklavier und die blauen Jungs der Schweizer AlpenShantys, Schifferklavier und die blauen Jungs der Schweizer Alpen

Text: Joachim Feyerabend | Fotos: ZVG, shutterstock

Was ist Seefahrerromantik ohne ihre Lieder? Die Rumbuddel alleine bringt's nicht. Auch fern der Küste erklingen oft jene Weisen, die bei vielen Zeitgenossen jähes Fernweh erwecken: das Shanty. der typische Arbeitsgesang der Matrosen und „Salzwasserbuckel" aus der grossen Zeit der Windjammer zwischen 1800 und 1900. Erste Ursprünge der maritimen Gesänge gehen sogar auf das Jahr 1450 zurück.

Die eleganten Klipper von damals wurden Ende des 19. Jahrhunderts durch mächtige Windjammer verdrängt und diese schliesslich von der aufblühenden Dampfschifffahrt überholt. Lediglich in der Kriegsmarine vieler Länder werden solche Grosssegler noch heute als Ausbildungsschiffe zum Erlernen guter Seemannschaft geschätzt. Mit der kommerziellen Segelschiff-Ära starb auch das Shanty an Bord, feierte aber gleichwohl an Land fröhliche Auferstehung und hält bis heute die Erinnerung an das harte Leben auf den „Tallships" wach.

Ob in Spiez oder Thun, die Schweiz ist mit über zehn Seemannschören dabei. Und an Bord so mancher eidgenössischen Yacht gilt abends im Hafen ein Mitsegler mit Schifferklavier oder wenigstens Mundharmonika als willkommener Gast. Rolling home, rolling home across the sea, so klingt es vertraut im wohl bekanntesten Shanty. der auf Plattdeutsch eigentlich „Von Hamburg föör so'n ollen Kasten' heisst und nicht einmal ein klassischer Arbeitsgesang ist. Aber das spielt keine Rolle. Hauptsache er vermittelt den Geruch von See, Salz und Teer. Und so spielt etwa die Hausfrau und begeisterte Hobby-Musikerin Beate in der Nähe von Zürich auf ihrem Schwizer Örgeli liebend gerne die alten Seemannsweisen und gibt dem urschweizerischen Instrument gewissermassen eine globale Bedeutung. Denn immerhin glichen viele der früher an Bord benutzten .Schifferklaviere" eher dem handlichen Örgeli der Eidgenossen als der heute gebräuchlichen Ziehharmonika oder Quetschkommode.

Der heimische Herd genügte beispielsweise Bernhard Steffen nicht. 1981 wurde er zum Mitbegründer des Shantychores Spiez, fungiert als „Shantyman" (Vorsänger) und segelte in der Zwischenzeit etwa 3000 Seemeilen auf den Windjammern Khersones (Ukraine), Statsrad Lehmkuhl (Norwegen) und Sedov (Russland). Heute träumt er davon. mit der russischen Kruzenstern das legendäre Kap Horn zu runden, natürlich mit Gesang. Sein Kollege Walter Hägler, 2. Tenor. kam bereits im Alter von neun Jahren zum Segelsport. Am Thunersee konstruierte er die Segelyacht Schwalbe. die erfolgreich an Regatten teilnahm. Und schon 1974 gehörte er dem Vorgängerchor im Yachtclub Spiez an, der sich mustergültig um den Erhalt des seemännischen Brauchtums bemüht.

Allerdings lässt sich bei der Betrachtung jüngerer Segler nicht verleugnen. dass die Romantik der Fahrensleute in Vergessenheit gerät und stattdessen die bordeigenen Lautsprecher das Cockpit oder die Kajüte der Hightech-Yachten eher in eine schwimmende Disco verwandeln. Der Romantiker kann gerade noch froh sein, wenn sich James Lasts „Biskaya" oder der sehnsüchtige Gesang von Rod Stuart „I am sailing" dazwischen mogeln. zugegebenermassen nur als Stimmungslieder.

Gerade diese Tendenz der Moderne führte an den Küsten, aber auch bei vom Salzwasser „angefressenen« Schweizern zur Gründung von Shantychören. ihre Mitglieder wollen das alte Liedgut und die Traditionen retten, singen bei Konzerten landauf und landab, treten in Gaststätten auf, bilden das Rahmenprogramm für nautische Anlässe oder unternehmen Reisen zu den Ursprüngen dieser Männergesänge.

Insgesamt existieren in der Schweiz 13 Shantychöre. Im September 2009 hatten Chöre aus der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden beim 6. Internationalen Shanty-Festival Ostsee in Heiligenhafen ihren grossen Tag. zum Teil an Bord von segelnden Oldtimerschiffen. Im Jahr 2012 gab es im Büsumer Museumshafen an der Nordsee auf zwei Bühnen ein grosses Festival. 2011 zu Himmelfahrt trafen sich die Chöre in St. Peter Ording an der Nordsee, 2010 kamen die maritimen Sänger in Niebüll, in Holland zum Shantystrassenfestival in .toure. zum Internationalen Shantyfestival in Drachten und in Sneek zusammen. Auch das österreichische Bregenz am Bodensee beherbertgte 2008 zwei Shantytreffen im örtlichen Yachtclub. Die Gruppe „Shanty Men" aus Stäfa gilt als eine der eifrigsten Vereinigungen sangesfreudiger Männer. die auch öfters mal im Ausland „vor Anker gehen", um nur einige Beispiele für die Aktivität der Chöre zu geben. Im Jahr 2013 sind bislang 44 Festivals angesagt, unter anderem in Zingst am Darss (Ostsee) oder in der Volkswagenstadt Wolfsburg, bei der traditionellen Schaffermahlzeit in Bremen oder dem „Tag der Shanty-Chöre" in Cuxhaven.

Ursprünglich war das Shanty ein Wechselgesang zwischen Vorsänger (Shantyman) und Crew und begleitete rhythmisch Arbeitsgänge, bei denen alle sozusagen “am gleichen Strang ziehen" mussten, etwa beim Setzen und Aufgeien der Segel. beim Brassen der Rahen oder am Ankerspill. Es wird vermutet, dass der Begriff vom englischen „to chant" (singen) kommt und oft von den Gesängen der Schwarzen angereichert wurde, wenn sie als „Tallymänner" und Baumwollstauer in den südlichen Häfen Amerikas zugange waren.Der Kenner unterscheidet immerhin acht verschiedene Gattungen dieser Seemannsgesänge. Und nur der sogenannte „Forebitter" wurde mit Handharmonika, Fidel oder Gitarre begleitet und ausschliesslich in den Ruhephasen und zum Spass gesungen, auch bei Überquerung des Äquators und bei Walfängern der Polarkreise, manchmal fröhliche. manchmal schwermütige Weisen. Bestimmte Arbeitsgänge erforderten einen entsprechenden Rhythmus. So gab es den Pump-Shanty. den Gangspill- und Bratspillshanty. Die Homeward-bound-Songs erklangen, wenn der Anker für die Heimreise gelichtet wurde („O. farewell Australian ladys. we must leave your golden shore" oder „Aloha He").

Bei Arbeiten mehrerer Matrosen an den Tauen zum Hochziehen der schweren Segel stampften sie über Deck und feuerten sich durch den Gesang an („What shall we do with the drunken sailor?"). Der „Short-Haul-Shanty" schtiesslich kam zum Zuge, wenn es angesagt war, das Tau in kurzen, kräftigen Zügen zu spannen („Bonny was a warrior"), der „Halyard-Shanty" begleitete das Segelsetzen. Der "Hamburger Viermaster" ist eine Adaption des englischen Shanty „The Banks of Sacramento". die Melodie entstammt einem alten Kirchenlied, der Refrain aus der englischen Ballade „Ten thousand miles away". Das Shanty wurde beim Segelhissen im niederdeutschen Sprachraum gesungen und dürfte auch an Bord des ersten Schweizer Segelschiffs erklungen sein. In vielen der Lieder klingen Sehnsüchte nach der Heimat, nach den Lockungen der Erauenwelt oder dem Abschied von einem Mädchen an, aber auch Zorn über despotische Kapitäne und das harte Los der Manner vor dem Mast. Gleichwohl    die Texte immer wieder von der Liebe zur See oder nehmen spöttisch das eigene Schiff als „alten Kasten" auf die Schippe. Sehr oft machte sich der Vorsänger improvisierend über den Text her. während der Chor mit immer demselben Refrain antwortete. Manche Vorsänger gestatteten sich Anleihen bei den Liedern der Goldgräber, Eisenbahnarbeiter oder Holzfäller, irische und schottische Volksweisen wurden zugrunde gelegt und durch den gleichbleibenden Refrain für die Arbeit nutzbar gemacht.

Zu den musikalisch untermalten Vergnügungen der Seeleute gehorte der Hornpipe-Tanz („Sailors Hornpipe"), der um 1750 aus dem Country Dance des 16. Jahrhunderts hervorging. Heute findet er sich noch in den schottischen Highlands, wo manchmal in Matrosenkostümen getanzt wird. In Irland wird die Hornpipe als sogenannter Hard-Shoe-Tanz ausgeübt und mündet oft in einen Stepptanz. In der modernen Seefahrt mit ihren kleinen Mannschaften und kurzen Liegezeiten ist auch dafür ebenso wenig Platz geblieben wie für das Shanty. Das gehört inzwischen eher den Menschen an Land und ihren romantischen Sehnsüchten.    

Schweizer Shantychöre

Seemans Chörli Bern
Shantychor des Yachtclub Zug
Shantychor Ägeri > www.scae.ch
Shantychor Spiez > www.shanty-chor.ch
Shantycrew Tribschenhorn Luzern > sites.google.com/site/shantycrewtribschenhorn/home
The Shanty Crew, Biel > www.ycb.ch
Shanty Men Stäfa > www.shanty-men.ch
Shanty Singers Steckborn > www.shantysingers.ch
Shantychor Horgen > www.rokenger.ch/shanty
Shantypur > www.shantypur.ch
The Shipwrecked Chanteymen Basel > www.shipwrecked.ch
Störtebeckers Basel > www.stoertebekers-basel.ch
Thetis Crew Zürichsee > kompassrosen.ch/thetiscrew.htm

YACHTING swissboat, März/April 2013, Seiten 74-76, Reportage - Shantychöre


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